Die Situation von Familien mit Klein- und Schulkindern ist heute geprägt von der Möglichkeit, dem Wunsch, der gesellschaftlichen Erwartung und häufig – vor allem bei Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Paaren- der existentiellen Notwendigkeit auch in dieser Lebensphase Mutter-/ Vatersein und Beruf zu verbinden. So zeitgemäß und positiv dies sein mag, so ist doch deutlich, dass es in vielen Fällen zu einer starken Zunahme des Lebensstresses und konsekutiver Erschöpfung führt. Ursächlich ist vor allem, dass die Lebens-und Entwicklungsbedürfnisse der Kinder (z.B. sichere Bindung, rhythmischer Tagesablauf, äußerer und innerer Raum für kreatives, ungestörtes Spiel, die Möglichkeit in Ruhe krank zu sein und gesund werden zu dürfen) mit der Arbeitswelt, die räumliche und zeitliche Flexibilität fordert, kollidiert. Im Bestreben allen an sie gestellten Forderungen gerecht zu werden verlieren Mütter und Väter die eigenen Belastungsgrenzen aus dem Blick, haben keine Zeit ihre Ressourcen zu pflegen und entwickeln unter Umständen dysfunktionale Stress- und Frustrationsbewältigungsmuster (Stressessen, Süßigkeitenkonsum, Rauchen, Alkohol etc.) Die Kinder- ebenfalls angestrengt von zu langen Betreuungszeiten in zu großen Gruppen- antworten auf diese Situation über kurz oder lang mit erhöhter Krankheitsanfälligkeit, funktionellen oder Verhaltensstörungen. Diesen Kreislauf zu durchbrechen gelingt unter Alltagsbedingungen und ohne professionelle Hilfe nicht.

Auf diesem Hintergrund wollen wir einen Ort schaffen, an dem Mütter/Väter und Kinder sich von krankmachenden Belastungen der Vergangenheit lösen, Impulse für Neues empfangen und sich weiterentwickeln und gesunden können. Die Kinder sollen in ihren entwicklungs-und krankheitsbedingten Bedürfnissen wahrgenommen, ihr Gesundheitspotential und ihre Resilienz gestärkt werden durch den salutogenetischen Ansatz der Anthroposophischen Medizin und der Waldorfpädagogik.

Die Patienten sollen durch liebevolles Umsorgtwerden entlastet werden und dadurch in die Lage kommen, neue Kraft zu schöpfen. Die Besinnung auf sich selbst, auf das eigene Lebensziel, aber auch auf die Eltern-Kind-Beziehung wird dadurch ermöglicht und kann für die Zukunft Kraft freisetzen.

Die Wochenenden stehen entweder für gemeinsame oder individuelle Ausflüge in die Natur zur freien Verfügung. Gewünscht ist eine Zeit ohne die Ablenkungen und Belastungen der städtischen Zivilisation und Medienpräsenz.

3-4mal pro Woche werden Abendveranstaltungen angeboten im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe (Wickel und äußere Anwendungen), künstlerischer Aktivität(z.B. Malen mit Blüten, musikalische Abende, Volkstanz) oder handwerklicher Betätigung(z. B. Korbflechten, Puppen nähen) oder Informationsabende zu medizinischen und pädagogischen Themen, evtl. Kochkurse mit Ernährungsberatung.

Alle Mitarbeiter treffen sich regelmäßig wöchentlich zu Therapie- und Patientenbesprechungen, pädagogischen Konferenzen und zu Leitungs- oder geschäftsführenden Konferenzen.

Eine Weiterbildungsmöglichkeit für junge Ärzte in Familienmedizin ist geplant.

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„PHÖNIX- alle fünfhundert Jahre spürt er, dass seine Kräfte nachlassen. Er sammelt dann würzige Kräuter, Weihrauch, Zimt und Myrrhe und baut daraus ein Nest. In dieses Nest setzt er sich. Wenn die Sonne am heißesten ist, facht der Vogel Phönix die Hitze mit seinen Flügeln so lange an, bis sein Nest in Flammen aufgeht. Hoch lodern sie und verbrennen alles.

Manche Überlieferungen sagen, dass der Phönix ein Ei legt und es in der Hitze des Feuers ausbrütet, andere, dass er sein Nest befruchtet. Wie auch immer: Wenn alles zu Asche verbrannt ist, die Flammen zu Ende gewütet haben und erloschen sind, wenn die letzte glühende Schlacke schwarz und alles grau und kalt geworden ist, bewegt sich etwas in der Asche. Der neue Phönix erhebt sich aus der Asche, und aufs Neue breitet er die Flügel aus. Er lässt alles Alte hinter sich und steigt auf, neugeboren, erfüllt von neuem Leben und neuer Kraft.“

Quelle: „ Burnout-Sprechstunde“ von Annejet Rümke